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Präsident Heinz Wohlmuth ehrt Fred Artmeier sen.

Die Anfänge

Die Geburtsstunde des Musikbundes schlug am 14. März 1953. Zur konstituierenden Versammlung im "Dachauer Stüberl" des Münchener Löwenbräukellers konnte der Initiator Dr. Heinz Kemenater, zusammen mit Ludwig Dennerlein Delegierte von 25 oberbayerischen Kapellen begrüßen. Dr. Kemenater, technischer und Wirtschaftsredakteur bei verschiedenen Fachzeitschriften und Zeitungen, hatte sich als aktiver Musiker, Komponist und Autor von Übungswerken seit Ende des Zweiten Weltkrieges intensiv um eine Neubelebung der Blasmusik bemüht. Wie aus dem Gründungsbericht zu entnehmen ist, stand in jener Versammlung die qualitative Verbesserung der musikalischen Leistungen im Vordergrund. Das öffentliche Ansehen der Blaskapellen sollte gehoben und eine umfassende Förderung erschlossen werden. Dr. Kemenater schlug die Gründung des Oberbayerischen Musikbundes vor und nannte als weiteres Ziel einen sich über den gesamten Freistaat erstreckenden Musikbund, der gegenüber Lokalbehörden, Bezirksregierungen und dem Landtag als Organ auftreten sollte.

Von den anwesenden Kapellen waren schließlich aber nur fünfzehn fest und zehn vorbehaltlich zum Beitritt bereit: die Blaskapelle Maria-Gern und Pemmering bei Aßling sowie die Musikkapellen Brannenburg, Endorf/Oberbayern, Oberaudorf, Gaißach, Miesbach, Wies bei Miesbach, "Glück Auf" Penzberg, Elbach, dazu die Schützenkapelle Reichersbeuern, die Musikkapellen Bad Wiessee und Bad Heilbronn, die Bürgermusikkapelle Garmisch-Partenkirchen und der Orchesterverein Holzkirchen/Oberbayern. Dem Gründungsvorstand gehörten an: Dr. Heinz Kemenater aus München (1.Vorstand), Benno Schieder aus Miesbach (2. Vorstand), Ludwig Dennerlein aus München (Kassier und Geschäftsführer) und als Beiräte Gustav Hahn aus Holzkirchen/Oberbayern und Peter Rottmaier aus Landsberg am Lech. Bereits am 19. April 1953 beschloss eine Delegiertenversammlung im Münchener Löwenbräukeller die erste Satzung. Der Bayerische Landtag stellte in diesem Jahr erstmals Mittel für Schulungszwecke zur Verfügung. Die ersten Musikfeste fanden im Jahr 1955 in Weilheim, Burghausen, Wasserburg, Rohrdorf und Ruhpolding statt.

Bei der Generalversammlung 1956 legte Dr. Heinz Kemenater sein Amt als Gründungspräsident nieder; seine Nachfolge trat Heinz Wohlmuth an.

 

Die Gründerjahre

Durch die positive Entwicklung der Blasmusik, die sich vor allem in der Gründung von Jugendkapellen bemerkbar machte, wurde für 1957 das 1. Bundesmusikfest an den Bezirksverband Weilheim, für 1958 an die Stadtkapelle Wasserburg am Inn vergeben.

Im Jahr 1958 wurde beschlossen, dass die Regierungsbezirke Ober- und Niederbayern einen gemeinsamen Musikbund bilden sollten; dementsprechend wurde auch die Umbenennung des Verbandes in "MUSIKBUND VON OBER- UND NIEDERBAYERN" besiegelt. In diesem Jahr wurden auch die ersten Dirigentenkurzlehrgänge angeboten und die 1. Wertungsspielordnung umgesetzt. Bereits früh in der Geschichte des MON beteiligten sich die Mitgliedskapellen an überregionalen und internationalen Veranstaltungen, so z.B. die Werkkapelle WackerChemie Burghausen und die Stadtkapelle Wasserburg an den Bundesmusikfesten in Karlsruhe und Ravensburg, sowie die Knabenkapelle Dachau am 1.Internationalen Jungbläsertreffen in Höchst
(Vorarlberg). Krönendes Ereignis war das Abschneiden der "Münchener Postillione" bei der Weltmusikolympiade in Kerkrade (Holland) 1958, wo das Orchester in der höchsten Schwierigkeitsklasse zwei Goldmedaillen (je eine im Normalwettbewerb und Ehrenwettbewerb) errang.

In den Folgejahren standen weitere zukunftsträchtige Entscheidungen an. Im Jahre 1960 wurde der noch heute gültige GEMA-Rahmenvertrag abgeschlossen. Die Landesgruppe Ober- und Niederbayern trat dem Bayerischen Volksmusikerbund - dem späteren Bayerischen Musikbund und heutigen Bayerischen Blasmusikverband - bei. Die Bezirksleitertagung wurde eingeführt und eine aktive Mitarbeit in den Kreisjugendringen angestrebt. Von Seiten des Kultusministeriums wurde dem MON ein eigener Stil bescheinigt, der die modernsten kulturellen Strömungen zusammenführe.

Den ersten Einbruch in der Entwicklung des MON gab es 1968, als die Zuschussmittel des Freistaates um 60 % gekürzt wurden. Erst im Jahr 1979 wurde die staatliche Zuschusssituation durch eine 435%-ige Steigerung "angemessen" verbessert.

Herausragendes Ereignis in der Geschichte des MON war die Beteiligung an den Olympischen Spielen 1972. Durch den Beitritt des Mittelbayerischen Musikbundes 1974 nahm der MON die endgültige Größe des heutigen Verbandesgebietes ein. Mit der Einführung des Jungmusiker-Leistungsabzeichens im Jahr 1975 wurde ein Markstein in der Geschichte des MON gesetzt, der bereits bei der ersten durchgeführten Prüfung aufgrund der großen Teilnehmerzahl und des Eifers der Beteiligten überraschte und noch heute die Attraktivität des Verbandes ausmacht.

 

Eine der ersten Dirigierkurse des MON.
Der neue Präsident Manfred Fischer.
Festakt zum Landesmusikfest in Garmisch.
Das Präsidium mit Ministerpräsident Streibl.

Musikalische Entwicklung

Mit der Gründung des Bayerischen Musikrates und der Vorlage des 1. Bayerischen Musikplanes wurde auch für die Laienblasmusik ein über die bisherige Förderung einzelner Schwerpunkte hinaus zusammenhängendes Entwicklungsprogramm festgelegt. Auf dem 1. Bayerische Musikplan basiert die Gründung der Bayerischen Musikakademien sowie die zweckgebundene Bezuschussung der staatlich anerkannten Dirigenten und der überregionalen Ensembles.
Da die ehemaligen Militärmusiker nach und nach nicht mehr als Dirigenten und Ausbilder für die Blaskapellen zur Verfügung standen, war es notwendig, die seit 1984 durchgeführten 4-tägigen Dirigentenfortbildungen auszuweiten. Seit 1989 werden die Dirigierkurse als 9-tägige Fortbildungsveranstaltung zweimal jährlich angeboten. Die große Konstante in der erfolgreichen Dirigierausbildung war Willi Koenen, Leiter des Polizeimusikkorps der Bayerischen Bereitschaftspolizei München, der 15 Jahre ununterbrochen als Dirigierdozent im MON tätig war.

Kurz nach der erfolgreichen Durchführung des 1. Deutschen Bundesmusikfestes in Trier, an dessen Vorbereitung der MON maßgeblich beteiligt war, verstarb am 16. Juni 1989 Präsident Heinz Wohlmuth. 33 Jahren an der Spitze des MON war er damit der dienstälteste Präsident eines Laienmusikverbandes in Bayern. Auch seine letzte Initiative, die Einführung der "Internationalen Sommerakademie für Sinf. Blasorchester" unter der Leitung von Michael Kummer zeigte seinen Weitblick. Bis heute erfreut sich der Sinfonische Sommerkurs allergrößter Beliebtheit bei den Teilnehmern aus den verschiedensten Ländern Europas. Die Nachfolge von Heinz Wohlmuth trat Manfred Fischer an.

Ein Höhepunkt seit Bestehen des MON war die Ausrichtung des 10. Bayerischen Landesmusikfests 1990 in Garmisch-Partenkirchen, das Dank der perfekten Organisation von Peter Spanier und Linus Fecker Maßstäbe gesetzt hat.

Eine Fortsetzung fand die erfolgreiche Veranstaltung in den Feierlichkeiten zum 40. Jubiläum des MON, das in dem großen Festakt im Max-Joseph-Saal der Münchner Residenz und 13 dezentralen Veranstaltungen in den Bezirksverbänden gefeiert wurde.

 

Das Sinfonische Blasorchester des MON.
Thomas Goppel übergibt sein Amt an Franz Meyer.

Die jüngere Geschichte

Der jüngste Abschnitt der MON-Historie begann im Jahr 1998 mit der Wahl des damaligen Bayerischen Umweltministers Dr. Thomas Goppel zum Präsidenten. Unter seiner Ägide erfolgte eine umfangreiche Satzungsänderung mit der Einführung des Delegiertensystems und die Aufteilung des Präsidiums in selbständige Referate. Franz Kellerer, ist seither Verbandsdirigent und Leiter der Musikkommission. Im Jahr 2000 wurde gemeinsam mit dem Bayerischen Blasmusikverband eine hauptamtliche Geschäftsführung installiert. Mit Geschäftsführer Andreas Horber konnte der MON als erster der bayerischen Laienmusikverbände auf einen hauptamtlichen Geschäftsführer zurückgreifen. Auf Anregung von MON-Geschäftsführer Andreas Horber wurde im Jahr 2001 das MON-Auswahlorchester - später "Sinfonisches Blasorchester des Musikbundes von Ober- und Niederbayern" (SBM) gegründet. Musikalischer Leiter des SBM ist bis heute Markus Theinert, Chefdirigent des Musikkorps der Bayerischen Polizei, der das SBM zu einem Vorzeigeorchester des MON formte!

Ein weiterer Höhepunkt war das 11. MON-Verbandsmusikfest, das anlässlich des 50. Geburtstags des MON, sowie des 50-jährigen Bestehens der Stadtkapelle Wasserburg in der Inn-Stadt gefeiert wurde. Das Verbandesmusikfest stand unter der Schirmherrschaft des Wasserburger Unternehmers Toni Meggle und MON-Präsident Dr. Thomas Goppel.

Als MON-Präsident Dr. Thomas Goppel im Jahr 2004 zum Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst ernannt wurde, übergab er sein Amt als Präsident an Finanzstaatssekretär Franz Meyer, der als erster Niederbayer dem MON vorsteht. Im zur Seite steht seither als Geschäftsführende Präsidentin Friederike Steinberger.

 

Die "Night with Proms" im Rahmen des Landesmusikfestes in München.
Die Benedikt-Parade vor dem Petersdom in Rom.

Events und Partnerschaften

Anlässlich der Bundesgartenschau in München-Riem organisierte der MON im Jahr 2005 das 10. Bayerische Landesmusikfest, das aufgrund der hohen Attraktivität der Landeshauptstadt und der BUGA zum größten Landesmusikfest in der Geschichte des Bayerischen Blasmusikverbandes wurde. Besonderer Höhepunkt war das Konzert "Night with Proms", bei dem bekannte bayerische Künstler wie Hans-Jürgen Buchner (Haindling), Klaus Kreuzeder und Bob Ross mit dem "Sinfonischen Blasorchester des MON" auftraten.

Ebenfalls im Jahr 2005 begann die Partnerschaft mit der Messe "Heimat und Brauchtum". Als Partner der PR-Agentur präsentiert sich der MON seither mit einem Messestand und gestaltet einen Großteil des musikalischen Programms, z.B. mit dem Blasmusik-Wettbewerb "Des is unsa Musi", Jugendorchestern beim Familientag oder der Live-Umrahmung einer Pferdeschau.

Auf Anregung von Dr. Hans-Albert Courtial entstand im Jahr 2006 die Benedikt-Parade in Rom, die der MON gemeinsam mit der Fa. Courtial Internation mit Sitz in Rom durchführt. Zum Standard der Veranstaltung gehört die musikalische Gestaltung eines gemeinsamen Gottesdienstes im Petersdom, eine Parade durch die Straßen von Rom sowie ein Gemeinschaftschor zu Ehren des Bayerischen Papstes beim Regina Coelli Gebet auf dem Petersplatz.

Mit "Faszination Blasmusik - Musik wie Bayern" startete der MON im Jahr 2007 eine neue Veranstaltungsreihe, mit der jährlich die Vielfalt der Blasmusik in den verschiedenen Regionen Bayern präsentiert werden soll. Startpunkt der musikalischen Reise durch das Verbandsgebiet war Bad Füssing.

 

Der "jüngste"
Kulturbotschafter
Ernst Hoffmann.

Kulturbotschafter der Blasmusik

Für herausragendes Engagement um die Blasmusik im MON verleiht der MON-Vorstand seit dem Jahr 2002 einmal pro Jahr den Titel "Kulturbotschafter der Blasmusik im MON". Willi Koenen, der langjährigen Dirigierdozent, Wertungsrichter und BigBand-Dozent, erhielt als erster die hohe Auszeichnung. Seither wurde der Titel, der mit einem - mit ausgewählten Motiven für den Geehrten von Petra Jercic - gestaltetem Bild verbunden ist, an folgende Personen vergeben:
2002 Willi Koenen (Dirigierdozent, Juror, Dozent)
2003 Fred Artmeier (Abt. Laienmusik im Bayerischer Rundfunk)
2004 Toni Meggle (Förderer des MON / Schirmherr des Verbandsmusikfestes in Wasserburg)
2005 Prof. Dr. Friedrich Weyermüller (Juror, Präsident des ÖBV und der CISM)
2006 Dolf Rabus (Leiter der Musikakademie Marktoberdorf)
2007 Hans Albertshofer (Herausgeber "Bayerische Blasmusik")
2008 Hanns Dorfner (Präsident Verband bayerischer Sing- und Musikschulen)
2009 Ernst Hoffmann (Komponist und Dirigent)

 

Ideengeber
und Dozent der
Bläserakademie:
Erich Rinner

Umstrukturierung des MON

Eine grundsätzliche Umstrukturierung der Geschäftsstelle galt es im Jahr 2008 zu bewältigen. Die Geschäftsstelle im münchner Osten wurde aufgelöst, nach 18 Jahren mussten Hildegard Banse und Christa Kavelar den MON verlassen und die teilweise hauptamtliche Geschäftsführung wurde abgeschafft. Um die vielfältigen Aufgaben weiterhin bewältigen zu können, wurde eine umfangreiche server-basierte Software in Auftrag gegeben und eine Teilzeitbeschäftigte eingestellt. Und auch musikalisch wurden mit der Bläserakademie "advanced" neue Wege beschritten. 

Statistische Entwicklung

Seit der Gründung im Jahr 1953 kann der Musikbund von Ober- und Niederbayern e.V. auf eine rasante Entwicklung zurückblicken:
von anfänglich 15 Kapellen mit ca. 400 Musiker/innen im Jahr 1953 zu 516 Kapellen und Spielmannszügen mit über 22.400 Musiker/innen im Jahr 2008 (davon über 10.850 Jugendliche unter 18 Jahren); von 281 Musikerleistungsabzeichen im Jahr 1976 zu 1840 Musikerleistungsabzeichen im Jahr 2008.