MON-Delegiertenversammlung in Haar: Ausblick auf Landesmusikfest

Dass es dem MON derzeit richtig gut geht, wurde auf der diesjährigen Delegiertenversammlung in Haar deutlich. Nicht nur die weitestgehend positiven Berichte, die die Präsidiumsmitglieder abgaben, wiesen darauf hin. Auch die ausgesprochen harmonische Atmosphäre lässt diesen Schluss zu: Im MON »flutscht« es gerade richtig gut, und das trotz der großen Aufgaben, die derzeit zu bewältigen sind.

Zahlreiche Ehrengäste gaben sich bei der MON-Delegiertenversammlung ein Stell-dich-ein, darunter MdL Tobias Thalhammer (FDP), MdL Eva Gottstein (Freie Wähler) und Bezirksrat Anton Spitlbauer (Kulturausschuss).

»Gehen wir mit einer positiven Einstellung die Herausforderungen an und packen wir gemeinsam an – zum Wohle der Blasmusik und unserer bayerischen Heimat!«, rief MON-Präsident Franz Meyer den Delegierten am Ende seines Berichts zu. Ein arbeitsreiches Jahr liege hinter den MON-Verantwortlichen auf allen Ebenen. Besonders natürlich auf der obersten Ebene, denn mit dem Landesmusikfest in Weilheim stehe ein richtig großer Brocken unmittelbar bevor, und die Vorbereitungen bögen auf die Zielgerade ein. Deshalb werden derzeit alle Kräfte auf das Landesmusikfest konzentriert.
Nach dem bayerischen Jahreshöhepunkt in Sachen Blasmusik werde dann der Umbau des MON weiter vorangetrieben, so der Präsident. Die Strukturanalyse beschäftige den MON nach wie vor und die positiven Auswirkungen dieser Maßnahme seien in vielen Bereichen bereits spürbar. Die beiden neuen Vizepräsidenten Emanuel Staffler und Florian Bauer etwa seinen bereits mit großem Engagement und Elan für den MON tätig und brächten ihre individuellen Stärken großartig ins MON-Team ein.

Gute Arbeit in der Geschäftsstelle
Auch die neue Mitarbeiterin der MON-Geschäftsstelle, Rosi Kirchberger, wurde vorgestellt. »Damit«, so Präsident Meyer, »ist unsere Geschäftsstelle mit zwei Teilzeitkräften mit insgesamt 43 Wochenstunden besetzt und kann die zahlreichen Aufgaben, die durch das Landesmusikfest verstärkt werden, noch besser als früher meistern«.
Durch die gute Arbeit in der Geschäftsstelle, betonte der Präsident, könnten Veranstaltungen wie die Verleihung der Zelter- und Pro Musica-Plaketten im Vorjahr in Passau so erfolgreich durchgeführt werden, dass sie das Prädikat »perfekt« verdienten und als Maßstab für künftige Ausrichtungen gelten könnten.

Meyer lobte ausdrücklich auch die musikalische Arbeit im Verband. Das Sinfonische Blasorchester des MON habe etwa im Vorjahr eine bemerkenswerte CD mit dem Titel »Defying Gravity « eingespielt, die überall große Anerkennung ernte. Oder die Bläserakademie »advanced«, deren Mitglieder unter anderem den Festakt in Passau umrahmt hätten und die auch in diesem Jahr beim Landesmusikfest in Weilheim einen Auftritt ihr Können demonstrieren werden. Meyer gratulierte Irmgard Wohlmuth, die im vorigen Jahr im Rahmen der Bezirksleitertagung mit der Bezirksmedaille für ihr großartiges und langjähriges Engagement im MON und dem Sehbehindertenzentrum Unterschleißheim ausgezeichnet wurde. Auch dem Bezirk Oberland gratulierte der Präsident – zum 60-jährigen Bestehen und wies auf eine Besonderheit hin, die es wohl kein zweites Mal gebe: »60 Jahre Bezirk Oberland bedeuten gleichzeitig 60 Jahre Bezirksleiter Max Kriesmair. 40 Jahre Max Kriesmair sen. und 20 Jahre Max Kriesmair jun.!«

BDMV hält Zusagen nicht ein
Natürlich bleiben auch in diesem Jahr einige Baustellen offen, so der Präsident. Die Künstlersozialkasse etwa beschäftige den MON weiterhin, denn bislang sei es nicht gelungen, eine politische Lösung für das Problem zu finden. Bewährt habe sich hier der Hilfsfonds, den die bayerischen Blasmusikverbände eingerichtet hätten, um die betroffenen Vereine juristisch beraten und unterstützen zu können. Kritisch wertete der Präsident in diesem Zusammenhang die Rolle der Bundesvereinigung Deutscher Blasmusikverbände (BDMV), der der MON zwischenzeitlich wieder beigetreten sei: Hier seien zahlreiche Zusagen nicht eingehalten worden. Auch vier Austritte von Vereinen aus dem MON bereiteten dem Präsidenten Sorge: Der Grund für diese Austritte sei nicht in der Arbeit des MON zu suchen, sondern läge schlicht daran, dass sich die Vereine mangels Musikernachwuchs aufgelöst hätten. »Dies sollte allen Musikvereinen eine Mahnung sein, sich rechtzeitig um die Jugendausbildung zu kümmern!«, warnte der Präsident.
Abschließend zeigte sich Meyer stolz auf und dankbar für die Arbeit des Vorstands und der Musikkommission, deren Mitglieder im Ehrenamt überaus engagiert seien. Verbandsdirigent Franz Kellerer berichtete von zahlreichen positiven Aspekten, die im abgelaufenen Jahr die Arbeit in der Musikkommission bestimmt hätten. So seien die Zahlen im Bereich der bronzenen und silbernen Leistungsabzeichen erneut sehr gut ausgefallen. »Wir werden aber wohl bald eine Stagnation feststellen müssen«, stellte Kellerer in Aussicht. Der Verbandsdirigent lobte in diesem Zusammenhang Benedikt Paul und Irmgard Wohlmuth, die als MON-Vertreter an der Erarbeitung der neuen Theoriehefte maßgeblich beteiligt seien.

Zusammenarbeit mit Schulen angemahnt
Im C-Bereich friste der »Registerführer-Kurs ein karges Dasein«, bedauerte Kellerer. Auch der Jugendausbilder-Kurs habe mangels Teilnehmern seit einiger Zeit nicht mehr stattfinden können. Dabei sei Bedarf in diesem Bereich vorhanden, wie die Mitgliederforen und zahlreiche Meldungen aus den Vereinen zeigten. Das liege wohl am hohen Niveau der Ausbildung, vermutete Kellerer, der sich aber dagegen aussprach, in diesem sensiblen Bereich am Niveau der Ausbildung zu rütteln. In diesem Herbst solle noch eine Fortbildung für Instrumentalausbilder ohne Prüfung stattfinden, um mit den Ausbildern wieder in Kontakt zu treten. Im Nachgang solle dann im kommenden Jahr die Ausbildung möglicherweise neu gestartet werden, so der Verbandsdirigent weiter.

Kellerer mahnte vor dem Hintergrund der rückläufigen Anmeldezahlen im Kammermusikwettbewerb in diesem Jahr zu Anstrengungen im Bereich der Kooperation mit den Schulen, damit Kinder und Jugendliche auch in Zukunft die Möglichkeit hätten, sich in ihrer Freizeit mit ihren Instrumenten zu beschäftigen.

Die Musikkommission habe sich aufgrund der vielen Aufgaben, die in der bisherigen Besetzung leider nicht mehr zu bewältigen gewesen seien, mit zwei Damen verstärkt, die durch ihre Qualifikation der Kommission
sehr weiterhelfen könnten: Regina Gaigl wird künftig im Bereich der Dirigentenausbildung und der Wertungsspiele mitarbeiten und Michaela Haindl wird sich um den Bereich Schule und Bläserklassen kümmern.
Verbandsjugendsprecher Franz Donauer ermahnte die Delegierten, in den Vereinen und Bezirken darauf hinzuwirken, dass sich die Bläserjugenden in die Strukturen der Jugendringe auf allen Ebenen einbringen. Alexandra Schupp berichtete über die Möglichkeiten des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) und über das Jugendcamp der Deutschen Bläserjugend.

MON-Geschäftsführer Andreas Horber ging in seinem Bericht auf die wirtschaftliche Lage des MON ein und gab einen kleinen Einblick in seine Tätigkeit und die Probleme, die er zu bewältigen habe. Horber kündigte an, nach dem Landesmusikfest eine mehrmonatige Auszeit nehmen zu wollen, in der er sich über seine eigene Zukunft im MON klar werden wolle.
Horber stellte auch das Landesmusikfest in Weilheim mit all seinen Facetten vor. Besucher und Aktive erwarten erlebnisreiche Tage in Weilheim, die jede Menge hochkarätiger Blasmusik böten.

Der MON wird im kommenden Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiern. Aufgrund des Landesmusikfests in diesem Jahr werde der Verband kein großes Musikfest ausrichten, stellte Horber klar. In einer kurzen Diskussion zeigten sich die Delegierten interessiert daran, neben einem zentralen Festakt im Umfeld des SBM-Konzerts im kommenden Jahr in München übers Jahr verteilt mehrere Veranstaltungen in den Bezirken dem Verbandsjubiläum zu »widmen«.
Martin Hommer


Meldung vom 26.03.2012

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